Tagebuch über meinen Welpen

Die erste Woche oder das Einspielen eines Rhythmus

Nach der ersten Nacht, stellen wir fest, unser Welpe schläft nicht nur. Er kann auch schon ganz schön aktiv sein. Mit seinem Hasen läuft er ganz tapsig durch die ganze Wohnung. Wir haben Korkboden, hier rutscht er in den Kurven etwas, das versucht er noch etwas unbeholfen unter Kontrolle zu bringen.

Für uns und Phelan heißt es jetzt in den nächsten Tagen, zu einem Rhythmus mit den 4 Mahlzeiten und dem Lösen zu finden. Nach nur gut einer Stunde Wohnung erkunden und mit dem Kuscheltier spielen, ist er auch schon wieder müde und er schläft mitten in der Küche ein. Wir nehmen wieder die Informationen von der Züchterin zur Hand, wir lesen die Mengenangaben vom Futter nochmal aufmerksam in Ruhe durch. Dann besprechen wir, welche Fütterungszeiten für uns am besten in den Tagesablauf passen.

Frühstück wird es immer gegen 7 Uhr geben, hier gibt es eine Portion Trockenfutter, in Wasser eingeweicht. Mittagessen soll es gegen 12:30 Uhr geben, hier stehen die Hundeflocken, mit lauwarmer Milch 3,5 % Fett oder 1-2 mal die Woche auch ein Frischkäse oder Joghurt/Quark an. Ein Nachmittagssnack wird gegen 17 Uhr angedacht, hier ist wieder Trockenfutter an der Reihe. Und die letzte Mahlzeit, wieder Flocken, dieses mal mit einem Löffel Nassfutter, werden wir gegen 21:30 Uhr reichen.

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Generelle Zeiten zum Lösen werden nach den Futtergaben sein, aber auch nach dem Schlafen oder Spielen, werden wir Ihn nach Draußen bringen. Da ein Welpe erst die Kontrolle über seine Blasen und Schließmuskulatur erlernen muss. Wenn dann doch etwas daneben geht, haben wir das Missgeschick einfach aufgewischt. Das die Nase in den Urin tunken ist veraltet. Dadurch lernt ein Hund nur, dass wenn er seine Pfütze in der nähe von uns Menschen absetzt, wir dann unangenehme Dinge mit Ihm tun. Er lernt davon aber nicht, das er z. B. auf einem Teppichboden nicht sein Geschäft verrichten soll. Sprich ich zeige Ihm nicht, dass es geeigneteren Untergrund (Wiese, Waldboden und im Notfall dann doch mal der Gehwegrand) für die Geschäfte ist. Ein Hund speichert bei seinem Geschäft, den Boden, die Umgebung und ob wir schreiend auf Ihn zu rennen oder andere Hunde oder ob wir Ihn mit leiser Stimme dafür entspannt loben.

Auch die ersten Besuche einer Welpenspielgruppe stehen an. Hier besuchen wir die Hundeschule, wo ich meine Ausbildung absolviert habe. Leider kann ich selbst keine Welpenspielstunden anbieten, da mir hierfür definitiv ein eingezäuntes Grundstück fehlt. Im Spiel erlernen Hunde, die verschiedenen Bewegungsabläufe zu koordinieren und auch die sogenannte Beißhemmung wird erlernt. Sprich die Welpen quietschen, wenn ein anderer Welpe zu fest zu zwickt. Dann ist es wichtig, das der zwickende Welpe lernt, sofort los zu lassen.

In den ersten 2 Welpenspielstunden ist unser Welpe die ersten 20 Minuten munter mit gehüpft. Beim aller ersten Mal etwas vorsichtiger, dann immer mutiger. Dann kommen 20 Minuten Pause für die Welpen, hier haben wir Besitzer die Möglichkeit jede Menge Fragen zu stellen (sei es, was tun, wenn der Welpe uns Menschen zwickt oder Wie lange darf ich Gassi gehen?). Dann kommen nochmal 20 Minuten für die Welpen zum spielen, hier hat unser Phelan die ersten 2 Male einfach weiter geschlafen, denn im war die Fragerunde zu langweilig. Schlaf ist für die kleine Baby-Hunde sehr wichtig, hier werden alle Eindrücke, Erfahrungen und Co. verarbeitet. Daher sollte man einen schlafenden Baby-Hund ebenso wenig wecken, wie ein Baby.

Den Namen Phelan (bedeutet, wie bereits geschrieben: kleiner Wolf – im germanisch/keltischen). Haben wir gewählt, weil er sehr kurz zum Rufen ist. Wir haben bewusst nach einem Namen gesucht, der eher in die Fantasy oder Film-Richtung geht und sich eher nicht als Menschen-Name wiederfindet. Da der Name dann automatisch weniger im Sprachgebrauch mit anderen Personen fällt. Auch die gängigen Hundenamen, wie Bello, Rex und co. haben wir ebenfalls vermieden. Nicht das auf dem Hundeplatz mein Hund dauernd von Fremden Leuten gerufen wird.

Die weiteren Nächte stellen wir uns sicherheitshalber einen Wecker in der Mitte der Nacht, aber schnell stellen wir fest, das Phelan mich zuverlässig weckt, wenn er mal muss. Wir gehen die letzte Runde ca. gegen 23 Uhr und meist hält er bis ca. 5 Uhr in der Früh schon durch. Das ist für einen so kleinen Welpen eh schon recht lange, daher hatten wir am Anfang gegen 3 Uhr einen Wecker.

Die erste Woche, also bis er ca. 9,5 Wochen alt ist, hat er tagsüber immer ca. 1 Std. wo er wach war, dann wieder 2-3 Std. geschlafen. Inzwischen ist der kleine Herr fast 12 Wochen alt. Er ist zwischen 1-3 Stunden am Stück aktiv und braucht dann nur gute 1,5-2 Stunden Schlaf. Durch konsequentes raus gehen nach der oben beschriebenen Methode und ansonsten den Hund aufmerksam beobachten, ob er sich unruhig schnüffelnd nach einer ruhigen Ecke umsieht und gerade wenn er sich dabei im Kreis dreht. Heißt es Welpen kommentarlos schnappen und nach Draußen zum lösen bringen.

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Auch die Zeiten, in denen wir Gassi gehen, steigern wir von 5-10 Minuten langsam auf 15-20 Minuten. Wir achten darauf, unseren Spaziergang abwechslungsreich, aber nicht zu aufregend zu gestalten. Mal geht es etwas ruhigere Straßen durch den Ort, mal an einem Fluss (der Isar) oder einem Bach (der Goldach – in Hallbergmoos oder am Flughafen) entlang. Auch an der S-Bahn laufen wir entlang. So gewöhnen wir unseren Zwerg langsam an die unterschiedlichen Alltagsgeräusche. Hier zu hören wir zum Beispiel auch div. Alltagsgeräusch-Videos an, während ich meine Berichte schreibe und er neben mir entspannt am Boden oder im Körbchen liegt. Erst leisere Töne, dann steigern wir uns von Tag zu Tag, zwischen durch gehen wir auch wieder zu den leiseren Tönen zurück. Auch ein Silvester-Feuerwerk, steht bei den Geräuschen mit auf dem Plan, da dass ja spätestens zum Jahreswechsel wieder kommen wird.

Mit 12 Wochen steht dann die nächste Impfung an, hier werden wir den Tierarzt aufsuchen. Das berichte ich gerne beim nächsten Mal.