Allgemein

Mantrailing – warum/wie/weshalb/wer/wann und wo?

Mantrailing

Warum gerade Mantrailing?

Wie funktioniert Mantrailing?

Wie ist der Ablauf beim Mantrailing?

Weshalb sollte man mit seinem Hund Mantrailing machen?

Wann kann man Mantrailen und wo kann man überall Mantrailing betreiben?

Wer kann Mantrailing machen?

Die Antworten gibt’s hier.

Mantrailing-Einblicke
Joker (blinder, brauner Hund) ca. 3 Jahre alt – Trailt seit Sommer 2017 Phelan (Beagle) 10,5 Monate alt – Trailt seit dem er 10 Wochen alt ist 🙂

Erstmal allgemein/Begriffsdefiniton:

Mantrailing (engl. man ‚Mensch‘ und trail ‚verfolgen‘) ist die Personensuche unter Einsatz von Gebrauchshunden, die Mantrailer oder Personenspürhunde genannt werden. Pettrailer = Tiersuchhunde, die das ganze wie beim Mantrailing mit dem Menschen nur bei einem Tier (Hund/Katze) durchführen.

Der Unterschied zwischen einem Mantrailer und anderen Suchhunden besteht darin, dass der Mantrailer bei der Suche verschiedene menschliche Gerüche voneinander unterscheiden kann und sich trotz vieler Verleitungen ausschließlich an den Geruchsmerkmalen der gesuchten Person orientiert. Dabei wird der hervorragende Geruchssinn der Hunde genutzt.

Mantrailer können nicht nur auf Spuren von Fußgängern eingesetzt werden, selbst die relative Abgeschlossenheit eines fahrenden Autos verhindert nicht, dass die Personen verfolgbare Spuren hinterlassen. Mantrailer können, im Unterschied zu Fährtenhunden, auch in Gebäuden und auf bebauten Flächen eingesetzt werden.

Warum gerade Mantrailing?

Einsatzbereiche für Personensuchhunde sind vermißte Personen z.B.

  • Kinder und Wanderer, die sich verlaufen haben
  • Menschen, die sich in suizidaler Absicht entfernt haben
  • Alzheimer- und Demenzpatienten
  • desorientierte Personen.
  • verunfallte Sportler / Wanderer
  • Straftäter

Der Spurenverlauf kann dabei durch Wald, Feld und Wiesen, aber auch über Asphalt und durch die Stadt führen. Dem Hund ist es dabei egal, ob die gesuchte Person sich zu Fuß oder mit einem Rad oder Pferd entfernt hat. Dabei kann ein gut ausgebildeter Hund diese Spur auch noch nach mehreren Tagen verfolgen.

Die Spur kann auch durch durch Gebäude oder stark kontaminiertes Gelände gehen, so z. B. über einen Marktplatz, bei der Stunden nachdem die Person dort gewesen ist Marktbetrieb war.

Ein gut ausgebildeter Hund identifiziert die gesuchte Person in einer Gruppe von Menschen (Identifizierung / line-up). Für einen professionellen Trailer sollte auch Ablenkung durch Wild, andere Hunde oder Menschenmengen kein Problem sein.
Verleit- und intensive Störgerüche werden vom gesuchten Geruch differenziert und ignoriert.

Wie funktioniert Mantrailing?

Beim Mantrailing werden die Duftmoleküle der Zielperson gesucht, und nicht die Bodenverletzungen wie bei der Fährtenarbeit. Beim Mantrailing wird ein Geruchsträger mit dem Individualgeruch der zu suchenden Person verwendet, um den Hund auf die Spur anzusetzen. Die Qualität des Geruchsträgers ist entscheidend für den Verlauf der Suche.

Ein Mensch verliert ständig Hautschuppen – in jeder Minute Tausende. Die Hautpartikel werden verwirbelt und verstreut, wenn der Mensch sich bewegt. Neben Hautzellen enthalten die Schuppen häufig weitere Bestandteile, beispielsweise Rückstände von Kosmetika. Eine verletzte Person verliert darüber hinaus Blut, das sich dann auf der Spur befindet. Es ist bislang nicht abschließend erforscht, welche Bestandteile des menschlichen Individualgeruchs der Hund bei seiner Suche wahrnimmt. Die häufigste Erklärung der Erzeugung menschlichen Geruchs ist die Vorstellung, dass menschlicher Geruch neben körpereigenen metabolischen Abbauprodukten durch bakterielle Wirkung auf abgestorbene Hautzellen und Sekrete produziert wird. Es wird davon ausgegangen, dass das bei der Zersetzung entstehende Geruchsmuster einzigartig ist. Vieles deutet darauf hin, dass das Geruchsbild des Menschen ebenso einmalig wie der Fingerabdruck oder die DNA ist. Dabei wird der individuelle menschliche Körpergeruch von verschiedenen Faktoren bestimmt, die entweder dauerhaft beständig sind oder in Abhängigkeit von umweltbedingten Einflüssen variieren. Menschliche Zellen bleiben über unterschiedlich lange Zeiträume erhalten: Hautzellen etwa 36 Stunden, rote Blutkörperchen dagegen etwa 120 Tage. Das allein begrenzt schon die Haltbarkeit einer Duftspur. Zusätzlich kommen Einflüsse wie Witterung, die schon erwähnten chemischen Substanzen, und weitere Stoffe hinzu, die für eine längere oder kürzere Haltbarkeit der Duftspur verantwortlich sind. Grundsätzlich sind derzeit validierte Aussagen über die Nachverfolgbarkeit einer Geruchsspur nur begrenzt verfügbar. Studien belegen Spuralter von 48 Stunden bis zu vier Wochen.

Wie ist der Ablauf beim Mantrailing?

Beim Trailing wird der Hund im Regelfall im Geschirr an einer langen Leine gearbeitetDie meisten Hundeführer wünschen eine straffe Leinenführung, der Zug an der Leine dient dann als eines der Zeichen, durch die der Hundeführer seinen Hund lesen kann. Eine Beeinflussung / Korrektur des Hundes durch den Hundeführer über die Leine findet nicht statt.

Der Hund arbeitet beim Trailen mal mit tiefer, mal mit hoher Nase, mal langsam, mal schnell.

Einige Organisationen verlangen, dass der Hund- um effektiv zu arbeiten- auch größere Teilstücke abschneiden können soll, andere Organisationen verlangen, dass der Hund die Spur möglichst spurtreu absuchen soll, um ggf. noch Gegenstände der Person (Beweismittel) zu finden.

Weshalb sollte man mit seinem Hund Mantrailing betreiben?

Mantrailing ist die ideale Beschäftigung für Hunde, es schont die Gelenke und fördert ein ausgeglichenes Gemüt.

Die meisten Hunderassen und deren Mischlinge wurden ursprünglich als spezialisierte Arbeitstiere gezüchtet und hatten ihre täglichen Aufgaben. Heute leiden sie an Unterbeschäftigung und Langeweile, je intelligenter desto mehr. Gerade die besonders intelligenten unter ihnen sind es, die sich aufgrund von Frustration diverse Ersatzbeschäftigungen suchen und dadurch ihren Haltern das Leben schwer machen können. Krankhafte und suchtartige Fixierung auf Bälle oder andere Gegenstände, das Jagen von Autos, Radfahrern, Joggern oder Wild, aber auch Ängste, Aggressionsverhalten, u.a. sind die Folge.

Das Spurensuchen ist für Hunde eine natürliche, artgerechtes und spannende Auslastung, denn sie bietet ihnen die Möglichkeit ihre angeborenen Bedürfnisse und Veranlagungen auszuleben. Wenn Mantrailing von Anfang an so aufgebaut wird, das der Hund einzeln arbeitet und nicht über Sicht sondern direkt über die Spur sucht, kann der Hund lernen ruhig und eigenständig zu arbeiten, ohne sich aufzuregen. Dadurch entsteht eine ausgeglichene Gemütslage, was sich auch positiv auf den Alltag auswirkt. Die gemeinsam erlebten Abenteuer wirken sich förderlich auf die Bindung zum Halter aus, unsichere Hunde entwickeln mehr Selbstvertrauen, Umweltsicherheit und reduzieren ihre Ängste, besonders auch gegenüber fremden Menschen. Die Beziehung zwischen Hund und Halter verbessert sich, weil beide lernen als Team zusammen statt gegeneinander zu arbeiten.

Wann kann man Mantrailen und wo kann man überall Mantrailing betreiben?

Mantrailing geht zu jeder Tages und Nachtzeit. Bei gut ausgebildeten und geübten Hunden, sind auch stärkere Temperaturen, wie über 35 Grad oder bei -10 Grad keine Schwierigkeit.

Mantrailing funktioniert generell überall, wo sich Menschen aufgehalten haben. Also sowohl im Wald, in der Stadt als auch in Gebäuden.

Wer kann Mantrailing betreiben?

Oftmals werden für das Mantrailing Rassen wie Bloodhound oder Schweißhunde favorisiert, doch haben sich auch Rassen wie zum Beispiel Labrador Retriever und Golden Retriever in der Praxis bewährt.

Die erzielten Leistungen hängen von den individuellen Fähigkeiten des Hundes ab. Prinzipiell sind Hunde mit der entsprechenden genetischen Prädisposition in Bezug auf die Größe des Riechepithels und der darin befindlichen Riechsinneszellen besonders gut geeignet.

Wer nicht unbedingt in eine Rettungshundestaffel will und das ganze nur als Auslastung für seinen Hund betrachtet, kann mit jedem Hund teilnehmen. Egal welche Rasse, Hauptsache er hat eine funktionierende Nase.

Auch Kinder können, wenn das Kräfteverhältnis zum Hund passt schon ein Trailingteam mit einem Hund bilden.

DSCN1945 (3).JPG

Da für das Mantrailing mehrere Personen benötigt werden, bietet es sich an, auch wenn man es nur als Freizeit-Sport betreibt, dass ganze im Rahmen eines Kurses in der Hundeschule zu besuchen.

Wir brauchen dem Hund nicht beizubringen, wie man sucht.
Wir müssen ihm nur verdeutlichen was wir wollen,
was er suchen soll!

Mantrailingkurse auch hier in der Hundeschule.

Termine für Anfänger und Fortgeschrittene.

Bei Fragen oder Unklarheiten stehe ich euch gerne zur Verfügung.

Ein_Team_Ein_Ziel_Logo_Vers1_0517